Sachsen-Anhalt erhöht die Förderung für Naturparks

Sachsen-Anhalt bereitet eine umfassende Neuausrichtung der Finanzierung seiner Naturparks vor. Das 2017 eingeführte Fördermodell passt nicht mehr zum Umfang der notwendigen Pflegearbeiten und den gestiegenen Erwartungen.

Ab 2027 stellt das Land jährlich rund 1,7 Millionen Euro für das Parksystem bereit und ersetzt damit den bisherigen Rahmen von 1,09 Millionen Euro. Nach Angaben des Umweltministeriums reagiert die Aufstockung auf steigende Personalkosten, wachsende Naturschutzaufgaben und eine stärkere Nachfrage der Öffentlichkeit nach Umweltbildung und Naturerlebnissen.

Warum die Aufstockung nötig ist

Die Parkvereine warnen seit Längerem, dass ihre Aufgaben schneller wachsen als die verfügbaren Mittel. Geschützte Lebensräume zu managen, Absprachen mit Eigentümer*innen zu treffen und Arten zu überwachen erfordert eine verlässliche Personaldecke, die die bestehenden Teams kaum noch schultern können.

Der Druck wird durch die Größe und Vielfalt der betreuten Gebiete noch erhöht. In Sachsen-Anhalt gibt es fünf Naturparks: Saale-Unstrut-Triasland, Dübener Heide, Fläming/Sachsen-Anhalt, Unteres Saaletal und den zweigeteilten Harz-Naturpark. Gemeinsam bedecken sie rund 461.330 Hektar – fast ein Viertel der Landesfläche. Um dieses weit verzweigte Netz zu erhalten, braucht es regelmäßige Feldarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und kontinuierliches ökologisches Monitoring.

Umweltstaatssekretär Dr. Steffen Eichner betonte, die Finanzspritze sei unverzichtbar, damit die Parks als gemeinsame Kultur- und Naturräume funktionieren. Das Personal vor Ort trage den Großteil der täglichen Arbeit und brauche verlässliche Unterstützung, um Naturschutz, Erholung und regionale Nutzung in Einklang zu bringen.

Wofür das zusätzliche Geld vorgesehen ist

Der Plan für 2027 sieht jeweils eine zusätzliche Ranger-Stelle pro Parkverein vor. Damit können geführte Touren, Schulbesuche und andere Programme ausgebaut werden, die Besucher*innen unmittelbar mit der Natur in Kontakt bringen. Außerdem stärkt das höhere Budget die Arbeit in Natura-2000-Gebieten, wo Lebensraumpflege und Monitoring besonders wichtig sind.

Diese Maßnahmen stützen auch den regionalen Tourismus, der auf gut gepflegte Wege, verständliche Besucherinformationen und eine sichtbare Präsenz vor Ort angewiesen ist. Angesichts zunehmender Klima- und Nutzungsbelastungen brauchen die Parks eine stabile Finanzierung, um ihre Naturschutzpflichten zu erfüllen, ohne Angebote für die Öffentlichkeit oder Bildungsarbeit einzuschränken.