Eurostar will bis 2030 direkte Zugverbindungen von London nach Frankfurt und Genf anbieten

Eurostar hat Pläne bestätigt, Anfang der 2030er Jahre direkte Hochgeschwindigkeitszüge von London nach Frankfurt und Genf einzusetzen. Die Fahrzeit soll rund fünf Stunden nach Frankfurt und fünf Stunden und 20 Minuten nach Genf betragen.

Die neuen Verbindungen sollen eine angenehmere Alternative zu Kurzstreckenflügen bieten: Reisende können Grenzen komfortabler überqueren und gleichzeitig Warteschlangen an Flughäfen vermeiden.

Neue Züge und steigende Fahrgastzahlen

Für die Expansion investiert Eurostar in 50 neue Züge, die laut Schätzungen rund zwei Milliarden Euro kosten. Die Nachfrage steigt kontinuierlich: Im vergangenen Jahr beförderte das Unternehmen 19,5 Millionen Fahrgäste – fünf Prozent mehr als 2023. Sowohl Geschäfts- als auch Freizeitreisende interessieren sich zunehmend für Zugreisen, zumal die Bahn als praktikablere und umweltverträglichere Option gilt.

Bahnhöfe und Grenzkontrollen fit machen

Trotz der in Aussicht gestellten kürzeren Fahrzeiten gibt es noch Hürden. Viele Bahnhöfe müssen ausgebaut werden, etwa durch zusätzliche Flächen und Passkontrollbereiche. Außerdem muss Eurostar mit den beteiligten Ländern klären, wie sich die Züge die Gleise teilen.

Trotz dieser Hindernisse zeigt sich CEO Gwendoline Cazenave zuversichtlich und verweist auf die breite Unterstützung von Partnern in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

Zugreisen gewinnen gegenüber Kurzstreckenflügen an Boden

Immer mehr Reisende greifen statt zum Flugzeug zum Zug – besonders zwischen Städten, die nur wenige Stunden voneinander entfernt liegen. Angesichts von Umweltbedenken und steigenden Flugpreisen erscheint die Bahn als vernünftigere Wahl. Eurostars Ausbaupläne tragen zudem dazu bei, Europas Klimaziele zu erreichen, weil sie eine emissionsärmere Alternative zum Fliegen schaffen.

Stärkere Präsenz auf bestehenden Strecken

Parallel zu den neuen Zielen will Eurostar die Zahl der täglichen Züge zwischen London und Paris von 17 auf 20 erhöhen. Das Unternehmen verbindet bereits Metropolen wie Brüssel und Amsterdam und bietet saisonale Fahrten in die französischen Alpen an. Mit Frankfurt und Genf macht Eurostar nun einen großen Schritt, um die Zukunft des europäischen Reisemarkts mitzugestalten.